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Dirk Lauckes „Angst und Abscheu in der BRD“ in Oberhausen

 

Die Fußstapfen des legendären amerikanischen Journalisten und Schriftstellers Hunter S. Thompson sind zu groß für den maßlosen Provokateur Jörg Holz und den etwas biederen Wahrheitssucher Thomas Zaunmüller. Aber Deutschland ist auch nicht Amerika, und so erleben die beiden selbsternannten Gonzo-Journalisten ihre eigene Version von „Fear and Loathing in Las Vegas“, Thompsons Trip ins Herz des US-Wahnsinns.

Holz und Zaunmüller sind aber nicht nur Wiedergänger von Raoul Duke und Dr. Gonzo aus Terry Gilliams „Fear and Loathing“-Verfilmung. Sie treten auch als fiktive Doppelgänger des Dramatikers Dirk Laucke und seines Mitstreiters Matthias Platz auf, die sich auf eine Reise quer durch unser Heimatland begeben haben, um den Ideologien in den Köpfen der Menschen nachzuspüren. Nachdem sie ihre erschreckenden Entdeckungen und Erkenntnisse zunächst in einer Ausstellungsperformance im Mülheimer Ringlokschuppen vorgestellt und sie dann zu einem Hörspiel für den WDR verarbeitet haben, präsentiert Laucke sie nun mit fünf Schauspielern in eigener Regie im Malersaal des Theaters Oberhausen.

Wo auch immer das von Richard Barenberg und Sergej Lubic gespielte Duo hinkommt, jedes Mal treffen sie Leute, die es sich in ihren Ideologien und Vorstellungen gemütlich gemacht haben. Keiner von ihnen stellt sich mehr in Frage oder lässt Kritik an seinem Denken zu. Das gilt für die christlich geprägte Dresdnerin, die gegen Neo-Naziaufmärsche protestiert, für die autonome Nationalistin in ihrem wirr verbundenen rechten und linken Gedankengut, für die Ingolstädter, die einen SS-Mann und Mörder als netten alten Mann beschreiben, den man endlich in Frieden lassen solle. Aber auch die ständig miteinander streitenden Journalisten sind nicht frei von dieser Unart. Überhaupt scheint sie der Grundzug deutschen Wesens zu sein. 

Auf die immer weiter fortschreitende Vermischung der Ideologien reagiert Laucke mit einer umfassenden Vermischung der Ästhetiken und Stilmittel. Spielszenen gehen unvermittelt in eingespielte O-Töne über, aus denen sie überhaupt erst entstanden. Das Geschehen wird überlagert von Video- und Super-8-Bildern. Rollen werden demontiert, oder Darsteller klammern sich krampfhaft an ihren Figuren fest: als letzte Sicherheit. Alles scheint sich zu widersprechen oder gegenseitig auszulöschen. Gerade dadurch passt es perfekt zusammen. Unentwegt in Bewegung, Stellung beziehen, sich selbst zum Gegenstand der Kritik machen: So setzt Laucke Zeichen, sät Zweifel, bohrt mit Fragen. Wenn das kein Anfang ist.

 

 

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